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Eigentlich ist Samantha Caine (Geena Davis) eine normale Hausfrau und Lehrerin, die sich warmherzig um ihre Tochter Caitlin (Yvonne Zima) kümmert sowie auf der alljährlichen Weihnachtsparade Santas Frau spielt. Jedoch hütet Samantha ein düsteres Geheimnis, welches sie vor acht Jahren aufgrund einer retrograden Amnesie vergessen hat. Wie düster dieses ist, findet sie heraus, nachdem ihre Erinnerungen aufgrund eines Unfalls allmählich zurückkehren. Fortan kann sie nicht nur perfekt mit dem Messer umgehen, sondern raucht, trinkt, flucht und hat einen leichten Drang zur Brutalität. Doch mit der Erinnerung kommen nicht nur alte Fähigkeiten sowie Eigenheiten zurück, sondern auch ihre früheren Feinde, die Samantha  um jeden Preis aus dem Weg räumen wollen. Zusammen mit dem abgebrühten Privatdetektiv Mitch (Samuel L. Jackson), macht sie sich deshalb auf, die Wahrheit ihres alten Lebens herauszufinden. Doch manche Dinge sollten lieber im Verborgenen bleiben…
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Kritik

Warum Tödliche Weihnachten (OT The Long Kiss Goodnight) im Jahre 1996 so kläglich an den US-Kinokassen scheiterte und deshalb schnell in Vergessenheit geriet, wird wohl noch lange ein Rätsel bleiben. Denn der Film von Action-Regisseur Renny Harlin (Stirb Langsam 2″,  Die Piratenbraut) ist eigentlich perfekte Genre-Unterhaltung, die nur so vor Explosionen, coolen Sprüchen, harten Charakteren sowie einem hohen Bodycount strotzt (insgesamt gar 58), wodurch dieses blutige Weihnachtsfest hervorragende Unterhaltung für jeden Fan des Genres bietet. Vor allem Drehbuchautor Shane Black (Lethal Weapon 2″, Last Boy Scout, Last Action Hero) ist es zu verdanken, dass die eigentlich recht dünne Geschichte in einem raffinierten Actiongewand verpackt wurde, wodurch mehr als nur einmal erinnerungswürdige Momente entstehen. Denn der zukünftige Regisseur von Iron Man 3″ verstand es gekonnt, seiner Geschichte den nötigen Biss zu verleihen, eine gewisse Ironie sowie einen gelungenen Humor, der sich besonders in den harschen Dialogen äußerte. Und spätestens wenn Geena Davis sich als blonde Kampfamazone durch ganze Horden von Gegnern schießt, steht sie ihren männlichen Kollegen wie Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger oder Sylvester Stallone in nichts nach.

Die Story selbst, dreht sich indes in relativ bekannten Bahnen. Zwar ist der Twist mit der Amnesie und der dunklen Vergangenheit überzeugend, doch mehr als eine Kopie von Robert Ludlums Roman Die Bourne Identität aus dem Jahr 1980, ist im ersten Moment nicht zu entdecken. Jedoch bleibt dies nicht die einzige Wendung, die uns Shane Black in den 121 Minuten Adrenalin getränkter Inszenierung präsentiert. Von korrupten CIA-Agenten, kriminellen Waffenschiebern wie Terroristen bis hin zu dem wohl coolsten Privatdetektiv nach Joe Hallenbeck (Last Boy Scout), offenbart Black eine ganze Reihe von hervorragenden Ideen, die zwar nicht immer logisch daher kommen, dafür allerdings eine Menge Spaß bieten. Vor allem die Verwandlung Samantha Caines hin zur ehemaligen Profikillerin Charly Baltimore ist ein klares Highlight, welches nicht nur visuell passend umgesetzt wurde (und einen der besten Momente des Films beinhaltet), sondern auch den Auftakt zu einem explosiven Finale darstellt, das nur so vor coolen Sprüchen strotzt. Überhaupt ist es gerade der gut umgesetzt handfeste Stil, der  Tödliche Weihnachten zu einer kleinen Perle macht. Wenn sich kraftvolle Dialogzeilen wie – Du würdest nicht mal ein See treffen, wenn du auf dem Grund stehen würdest – mit bodenständiger Oldschool Action abwechseln, dann bietet dies Unterhaltung der Spitzenklasse, die zum einen recht blutig daherkommt, doch auch stets etwas augenzwinkernd präsentiert wird.

Natürlich bleiben die Bösewichte in ihrer Haltung etwas blass und auch der Auftakt zum Finale ist alles andere als innovativ, dafür funktioniert der Rest jedoch umso besser. Denn besonders Samantha Caine, als fluchende Ex-Killerin mit Verdrängungsproblem,  und Mitch Henessey, als vollkommen abgebrannter Privatschnüffler, geben ein grandioses Leinwandpaar ab, welches sich teils gegenseitig gekonnt die Bälle zuspielt, von Oneliner zu Oneliner hangelt und stets mit der Knarre große Löcher in die zahlreichen Gegner zaubert. Das Ganze ist hierbei rau, brutal, ungeschönt und bietet viele 1:1 Kämpfe, doch auch Feuergefechte sowie den Einsatz von Messern. Eben genau die Art von 80er wie 90er Actionunterhaltung, die zumeist wortkarg, harsch sowie blutig daherkommt, und gerade deshalb eine Menge Sympathie offenbart. Es sind die typischen Antihelden, die gegen einen riesigen Komplott ankämpfen, der eben nur mit einer großen Explosion beendet werden kann. Und gerade hier erfüllt Regisseur Renny Harlin seinen Auftrag mehr als gekonnt und präsentiert ein Finale, das seines gleichen sucht. Passend untermalt von starken wie rockigen Klängen von Alan Silvestri (Captain America – The First Avenger, Die Mumie kehrt zurück).

Neben der grandiosen Action sowie der lockerleichten Stimmung, sind es auch die Darsteller, die viel vom Charme dieser tödlichen Weihnacht ausmachen. Allen voran Geena Davis, die von 1993 bis 1998 mit Regisseur Renny Harlin verheiratet war, zeigt sich als Samantha Caine selbstbewusst und beweist so erneut eindringlich, dass Frauen durchaus den männlichen Actionstars die Show stehlen können. Und auch die Verwandlung von treuer Hausfrau hin zur Profikillerin gelingt ihr gekonnt, wodurch der differenzierte Charakter gelungen in Szene gesetzt wird. An ihrer Seite spielt indes Samuel L. Jackson den coolen Privatdetektiv, der mehr als nur einmal eine Kugel abbekommt. Doch gerade durch dieses ich gebe niemals auf-Prinzip sowie den treffsicheren Sprüchen, kann er deutlich Sympathien abgreifen und sich so ebenwürdig gegenüber Davis zeigen. Er ist kein Sidekick, sondern ein wichtiger Teil der Story, steter Fokus des Humors und gerade deshalb, neben Willis, der bisher beste abgebrühte wie draufgängerische Privatschnüffler aller Zeiten. Auf der Gegenseite darf Craig Bierko den boshaften wie eiskalten Terroristen Timothy spielen, der stets mit seinem niederträchtigen Lächeln dem Zuschauer ein Schauer über den Rücken jagt. Eine passende Performance, die einen Bösewicht offenbart, wie er besser hätte nicht sein können. Die kleineren Auftritte von Brian Cox (Bourne), David Morse (The Green Mile), Rex Linn (CSI: Miami) sowie Melina Kanakaredes (CSI: NY) bleiben dagegen nicht weiter erwähnenswert.

Fazit

Was kann es besseres zu Weihnachten geben, als ein Film voller Explosionen, rauer handfester Gewalt sowie einer regelrechten 80er Jahre Oldschool Inszenierung, die mit Geena Davis eine Powerfrau offenbart, die gleich Reihenweise die Bösewichte zur Hölle schickt. Somit ist "Tödliche Weihnachten" eine kleine Perle des Genres, die trotz einiger Story-Schwächen, gelungene Unterhaltung bietet, wie sie vor allem Fans von brachialer wie cooler Action anspricht.

Autor: Thomas Repenning

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