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Als Kind muss Roy Blood mit ansehen, wie sein Vater von einem Pistolero brutal niedergeschossen wird. Obwohl er erst zehn Jahre alt ist, tötet er den Killer mit einem Gewehr und nimmt dessen Markenzeichen an sich: einen silbernen Sattel. Jahre später ist Roy als Revolverheld berüchtigt: Wo immer der "Silbersattel" auftaucht, pflastern Leichen seinen Weg.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Als großer Virtuose des italienischen Genrekinos, war es für Lucio Fulci (Woodoo – Schreckensinsel der Zombies) wohl eine Selbstverständlichkeit, auch seinen Beitrag zum Italowestern zu leisten. Obwohl er es in diesem Bereich nie zu einem ähnlichen Kultstatus wie mit seinen Horrorwerken und Gialli gebracht hat, finden sich bis heute einige sehenswerte Genrearbeiten in seinem Fundus. Neben Django – Sein Gesangsbuch war der Colt zählt vor allem Silbersattel dazu, welcher mit Giuliano Gemma (Der Tod ritt Dienstags) gleichsam eines des großen Gesichter des Subgenres in der Hauptrolle präsentiert. Als schelmisch grinsende Tötungsmaschine namens Roy Blood agiert dieser zwar darstellerisch limitiert, aber ungleich charismatisch und vermag es so den titelgebenden Antihelden adäquat zu verkörpern. Dessen ungesättigte Gier nach Rache wird dabei auf eine harte Probe gestellt, als er den Neffen seines Opfers rettet und eine väterliche Beziehung zu dem schlagfertigen Jungen aufbaut.

Schnell wird dabei klar, dass sich Silbersattel bei recht ausgelutschten Handlungselementen bedient, die er noch dazu wenig kreativ zusammensetzt. Eher pflichtschuldig als wirklich interessiert bedient er die typische Erwartungshaltung an einen Italowestern und so lassen sich auch auf der Charakterebene mehr Stereotypen denn greifbare Figuren finden. Vor allem die Beziehung zwischen Roy Blood und seinem Findelkind wirkt dabei arg forciert, ebenso wie einige Wendungen, die recht stupide darauf abzielen, das Narrativ halbwegs flüssig am Leben zu erhalten. Auch über den schrecklichen Soundtrack soll an dieser Stelle eilends ein Mantel des Schweigens gebreitet werden. Vieles an Silbersattel wirkt steif und ungelenk, durchaus routiniert, aber dennoch uninteressant. Lohnenswert wird das Werk immer dann, wenn Fulci den zuvor abgesteckten Rahmen verlässt, für einen Augenblick im Moment verweilt und dabei zumindest einen Hauch von Atmosphäre erzeugt.

Über weite Strecken merkt man dem Film recht deutlich an, dass Fulci seine Handlung selbst als notwendiges Übel erachtet und besser schlecht als recht mit sich herumschleppt. Reines Füllmaterial zwischen den erstaunlich rar gesäten Schießereien und Actionsequenzen, die dafür umso wirkungsvoller hereinbrechen. Virtuos bebildert lassen sich dabei leicht dessen Ursprünge im Horrorgenre erkennen. Wenn Körper von Kugeln durchdringt und der rote Lebenssaft üppig vergossen wird, dann schwingt sich Silbersattel zu jener mitreißenden Klasse auf, die man von einem Lucio Fulci erwarten darf. Dazwischen kommt es nur selten zu Höhepunkten, etwa dann, wenn eine Gruppe Mexikaner angetrieben von einer fiebrigen Atmosphäre auf eine Ansammlung bewaffneter Mönche trifft und es zum größtenteils ungezeigten Showdown kommt. Allein dafür lohnt es sich aber schon, diesen Ausflug Fulcis ins Subgenre des Italowestern zu goutieren.

Fazit

„Silbersattel“ ist solide Genrekost für den Westernallesfresser. In gewohnt rigoroser Manier wissen vor allem die virtuos eingefangenen Schießereien zu überzeugen, während sich der Film dazwischen immer wieder im Leerlauf befindet. Lucio Fulci bastelt sich eine Geschichte aus altbekannten Westernelementen, verpasst es aber sein Werk mit Nachklang und Eigenständigkeit zu versehen.

Autor: Dominic Hochholzer

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