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Selbst in der abgebrühten Youtube-, Facebook- und Twitter-Generation genießt Sidney Prescotts Leben bzw. genauer gesagt ihr Überleben Kultstatus. Vor allem in ihrem Heimatort Woodsboro, wo Straßenlaternen mit Ghostfacekostümen geschmückt und alljährliche Stabathons abgehalten werden. Just zum 15. Jahrestag der ersten Ghostface-Morde, trifft Sidney am Ende einer Lesereise im Ort ihrer Kindheit ein und tritt damit ein weiteres Massaker los. Dabei werden die Regeln der vorherigen Teile in bereits gewohnter Manier an die aktuellen Gegebenheiten aka Klischees des Genres angepasst (diesmal leider ohne Unterstützung des bereits gefallenen Randy/Jamie Kennedy) und die Morde stilgerecht gefilmt, um einen Horrorfilm der nächsten Generation zu schaffen – mit Sidney und ihren Freunden in den Hauptrollen.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Generationenwechsel

Nicht viele (Horror-)filme bringen es auf drei Fortsetzungen, schon gar nicht mit demselben Regisseur und denselben Hauptdarstellern. Im Normalfall ist diese Konstellation spätestens bei Teil drei nur mehr ein flüchtiger Gedanke und bei Teil vier erinnert meist nur noch der Name an den Erstling. Wes Craven ist dieses Husarenstück mit der „Scream“-Reihe bravourös gelungen, wobei er ganz nebenbei auch noch für eine durchgehend konstant hohe Qualität gesorgt hat. Mit „Scream 4“ (oder auch „Scre4m“) versucht er nun eine neue Welle an Heranwachsenden nach Woodsboro zu locken und für die Umtriebe des maskierten Schlitzers zu begeistern. Die lange Zeitspanne zwischen „Scream 3“ und „Scream 4“ bot ihm dabei die Möglichkeit, einen Generationenkonflikt bzw. das Aufeinandertreffen zweier grundverschiedener Lebenseinstellungen, in den Mittelpunkt eines brutalen Horrorslashers zu stellen und die Reihe damit ein weiteres Mal aufzuwerten. In einigen Filmmagazinen war sogar von Griechischer Tragödie und Instant Classic zu lesen.

Obwohl der Film bei knapp 40 Millionen Dollar Budget bisher weltweit lediglich knapp 80 Millionen eingespielt hat, ist er ein äußerst gelungener Vertreter der Reihe und wird über das nicht zu unterschätzende DVD-/BluRay-Geschäft seinen Gewinn vervielfachen. Ganz frisch ist die Idee um den Munch-Masken-Killer anno 2011 klarerweise nicht mehr. Dafür ist zwischen 1996 und 2011 einfach schon zu viel passiert – im fiktiven „Scream“-Universum ebenso wie in der Realität. Da Wes Craven es aber perfekt versteht mit aktuellen Trends und Stilrichtungen des Horrorfilms zu spielen und zu kokettieren, bietet auch sein dritter Aufguss des Originals einige der besten Slasher-Szenen der Genre-Geschichte. Seien es eine etwas verdrehte Hommage an die Anfangsszene des ersten Teils, die äußerst brutale Entleibung einer Studentin, der etwas andere Cop-Kill oder der finale Plottwist, der vierte Teil bewegt sich eindeutig eher Richtung Teil eins als Richtung Bodensatz. Schön anzusehen ist auch jene Szene in der Craven ganz offensichtlich „Shaun of the Dead“ von 2004 huldigt, der wie „Scream“ im Jahr 1996 ein ganzes Genre wiederbelebt hat.

Die Film-im-Film-Anspielungen zu Beginn von „Scre4m“ sind ebenso wie der Soundtrack, die Gore-Szenen, die aktuellen Reminiszenzen an eine vernetzte Generation und die äußerst nihilistische Auflösung, überragend gut gelungen. Was jedoch stört, ist die teilweise etwas zu überbordende Brutalität, der gewisse Gewöhnungseffekt im Zusammenhang mit den Teenie-Morden und die Tatsache, dass kein Ghostface es mit Billy Loomis und Stuart Macher aus Teil eins aufnehmen konnte/kann/können wird.

Wobei sich Craven ein weiteres Mal nicht Lumpen ließ, ist die Besetzung der Nebendarsteller und Cameos. Neben dem letzten Rest der Originalbesetzung (Neve Campbell, David Arquette und Courteney Cox) kann man Anna Paquin („X-Men“), Kristen Bell („Veronica Mars“), Hayden Panettiere („Heroes“), Emma Roberts („Nancy Drew Girl Detective“), Anthony Anderson („Transformers“), Adam Brody („Jennifer’s Body“) und Mary McDonnell („Donnie Darko“) beim Leben und leben lassen beobachten.

Fazit

Zwischen „Scream 3“ am Anfang dieses Jahrtausends und „Scream 4“ im Jahre 2011 liegen nicht nur mehr als zehn Jahre, sondern auch unzählbar viele Horrorproduktionen, die das Genre Slasher, besonders nach aufkommen der DVD, kontinuierlich zu Tode geritten haben. Trotzdem beweist Wes Craven mit seinem neuesten Streich, dass er aus diesem angestaubten Genre immer noch Szenen heraus kitzeln kann, die man so noch nicht auf der großen Leinwand beobachten konnte. „Scream 4“ überzeugt als brutaler, (selbst-)ironischer Slasher, mit toller Story, guten Darstellern und einem ebenso erschreckenden, wie logischen Ende. Das etwas-zu-dick-auftragen in manchen Bereichen (seien es die Mordszenen oder die teilweise doch recht hochtrabend neunmalklugen Dialoge) verzeiht man indes ebenso gerne wie eine gewisse Vorhersehbarkeit und freut sich über spannenden Horror mit Humor. One generation’s tragedy is another’s joke.

Autor: Christoph Uitz

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