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"Overlord" erzählt die Geschichte zweier Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg am D-Day, also bei der Invasion der Alleierten der von den Deutschen besetzten Normandie, hinter feindlichen Linien kämpfen.
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Kritik

Operation Overlord- und so viel sei am Anfang erwähnt - ist ein insgesamt sehr kurioses Projekt. Schon beim Trailer drängte sich die Frage auf, wie so was an den Kinokassen funktionieren kann, welche Zielgruppe dieser Film ansprechen soll. Schon dort erschien verwirrend, in welche Richtung der von J.J. Abrams (Star Trek Into Darkness) produzierte Streifen gehen soll und tatsächlich ist das auch die zentrale Frage, der man sich bei der Sichtung stellt: Was soll das? Bis zum Ende hin sind Ambitionen, die hinter diesem Projekt stehen, nicht deutlich erkennbar und in den besten Fällen nur erahnbar. Dennoch soll diese Kritik fairerweise eine Ambition unterstellen und anhand dieser zeigen, warum der Film leider auf voller Länge gescheitert ist.

Operation Overlord beginnt als Kriegsfilm nach Schema F und nimmt akribisch jedes pathetische Klischee mit, das man sich auf eine Checkliste schreiben könnte. Im Laufe der Handlung wird schnell klar, dass man es hier nicht mit einem gewöhnlichen Kriegzu tun hat, sondern auch mit Menschenversuchen der Nationalsozialisten, deren Medikamente Menschen in einen Zombie-ähnlichen Zustand versetzen. Das ist der Aufhänger für die zweite Hälfte des Filmes, die vorrangig als übertriebener Horror-Trash ankommen soll, doch auch als solcher gar nicht zufunktionieren weiß. Es lässt sich annehmen, dass dahinter die Intention steht, ein Kinoerlebnis zu kreieren, das mit den Sehgewohnheiten bricht, dass ein neues unterhaltsames Abenteuer darstellen soll. Aufgabe dieser Kritik soll es demnach sein, zu zeigen inwiefern dieser Film als Trash-, Kriegs- oder Horrorfilm und insgesamt funktioniert. 

Ein guter Trashfilm lebt von der Rauheit und Übertreibung, also von einem Bruch mit den Sehgewohnheiten mit den ästhetischen Anforderungen an einen Film, entwickelt dabei jedoch eine Eigendynamik, einen Eigenwert. Das einzig Abstruse an Operation Overlord sind die teils übertriebenen Kampfszenen und die Prämisse, auf der die Handlung fußt. Daraus erwächst weder ein besonderer Unterhaltungswert, noch ein ästhetisches Alleinstellungsmerk. Ein guter Kriegsfilm sollte als Antikriegsfilm auftreten, die Ausbeutung der Schauwerte auf ein Minimum reduzieren und stattdessen die Ausuferungen des Krieges und einen möglichen Kampf gegen diesen facettenreich aufarbeiten. Hier ist man gar nicht gewillt, die wirkliche Operation Overlord der Westalliierten der Anti-Hitler-Koalition zu thematisieren, sondern braucht die Kriegsmotive lediglich, um einen Rahmen für die Handlung zu bilden. 

Dieser ist weitestgehend sogar recht gut inszeniert, überzeugend eingefangen und steht rein optisch größeren Kriegsfilmen der letzten Jahre in Nichts nach. Dennoch müsste man diesem Film - würde er sich als Kriegsfilm ernst nehmen - vorwerfen, dass er eine eindimensionale und ausbeuterische Ästhetik an den Tag legt. Diesen Diskurs an dieser Stelle zu führen wäre jedoch wenig zielführend, da der Film gar nicht weiter daran interessiert ist, die Schrecken des Krieges zu thematisieren. Auch wäre ein moralisierender Diskurs, warum man denn Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges für so einen Trash hernehme, fehlgeleitet. Es ist völlig legitim, reale Geschehnisse als Ausgangspunkt für Fiktion zu wählen, insofern die politische Bedeutung nicht verfälscht wird. Problematisch wäre es, wenn der Film eine Fiktion finden würde, die die Handlungen der Nazis ein Stück weit legitimiert. 

Operation Overlord hat ganz andere Interessen, er versucht eine Fiktion zu finden, die die Schrecklichkeit der Nazis um eine schreckliche Anekdote ergänzt. Es ist bekannt, dass die Nationalsozialisten Menschenversuche durchgeführt haben, die hier durch eine Ausuferung der besonderen Art pervertiert werden sollen. Das funktioniert deshalb nicht, weil die Realität schon so grausam erscheint, dass die ergänzte Grausamkeit keine weitere Wirkung mit sich bringt. Es wäre genauso schockierend gewesen, die "Forschungen" der NS-Zeit realitätsgetreu darzustellen. Demnach entwickelt der Film keinen eigenen Terror und gewinnt auch keine neue Facette der Grausamkeit, weswegen er es auch nicht vermag, als Horrorfilm zu funktionieren. Wir haben des demnach trotz einiger Elemente weder mit einem Horror-, Trash- oder Kriegsfilm zu tun. Der Film mischt schlecht ausgearbeitete Elemente zu einem Genre-Mix. Doch wenn die Zutaten schlecht sind, dann ist auch der Mix schlecht. 

Fazit

"Operation Overlord" hat weder etwas  zu sagen, noch ist er unterhaltsam oder ästhetisch sonderlich ansprechend. Es bleibt ein Film, dessen Ambitionen nicht wirklich greifbar scheinen, dessen Sichtung sich eigenartig leer und belanglos anfühlt. 

Autor: Maximilian Knade

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