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Frida wünscht sich ein Kind. Doch ihre Sehnsucht erfüllt sich nicht, und dann läuft auch noch der Mann davon. Während um sie herum ein regelrechter Babyboom ausbricht, verläuft ihr eigenes Leben vermeintlich rückwärts. Für Kummer bleibt keine Zeit. Sie ist 36 Jahre alt und der festen Überzeugung: jetzt oder nie. Es muss schnell ein neuer Lebenspartner her. Erst spät merkt Frida, dass die Jagd nach einem perfekten Leben nicht der Weg zum großen Glück ist.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Zeit ist schon lange zu einem anerkannten Tausch- und Zahlungsmittel avanciert. Nicht umsonst heißt es „Zeit investieren“ und nicht umsonst bezahlt ein Arbeitgeber seine Arbeitnehmer in der Regel in Stundensätzen. Man wird also nicht nur für sein Handwerk bezahlt, sondern auch für die Lebenszeit, die man für die Tätigkeit abgibt. Die Zeit erhält ihren Wert durch ihre Limitierung, ähnlich wie auch das Geld, mit dem Unterschied dass die Ergiebigkeit zu sinken scheint. Während beim Geld der erste Euro dasselbe Potential in sich trägt wie der letzte, scheinen die frühen Lebensjahre fruchtbarer als die späteren. Das gilt nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, sondern ebenso im Privaten, wo es ebenso Konflikte gibt, die stark von der Zeit abhängig sind wie beispielsweise das Gebären eines Kindes, wie es in Dinky Sinky thematisiert wird.

Frida, hier wunderbar dargestellt von Katrin Röver (Sibylle), befindet sich in einer derartigen Drucksituation. Sie möchte unbedingt ein Kind bekommen, ist nahezu besessen von diesem Gedanken, aber dann kommt alles anders und dieses Ziel scheint ferner denn je. Trotzdem bleibt sie ruhig, geht weiterhin diszipliniert ihrer Berufung nach und sucht nach einer Möglichkeit, ihr Ziel zu erreichen. Der Film skizziert wunderbar in was für einer Drucksituation sich eine Frau mittleren Alters befindet, die zur Arbeit muss, eine Familie gründen muss, was ihr zumindest durch den Baby Boom um sie herum immer wieder suggeriert wird, und gleichzeitig noch glücklich werden soll. Es gibt eben keine funktionierende Work-Life-Balance, bei der man davon ausgehen kann, das Arbeit und Privatleben einfach so voneinander getrennt werden können. Die Art, wie Frida datet, um einen neuen Mann kennenzulernen, hat nichts mit „leben“ zu tun, sondern ist auch eine Art von Arbeit. 

Frida ist vor allem eine tragische Figur. Das erkennt man an dem teils zynischen, teils niederschmetternden Misslingen ihrer einzelnen Unternehmungen. Dieser tragische Wesenszug passt wunderbar in diese Szenerie hinein und lässt ihre „Arbeit“, wenn man das so nennen möchte, zu einer Sisyphos-Arbeit werden. Zum Ende hin scheint alles zu viel zu werden und sie verändert auch zunehmenend ihr Wesen. Leider geht der Film nicht noch einen Schritt weiter und zeigt auf, dass dieser Druck zum Großteil  aus gesellschaftlich konstruierten Erwartungen resultiert, die an eine Frau gestellt werden, wodurch auch ihr Privatleben beeinflusst wird. 

Fazit

"Dinky Sinky" ist kein perfekter Film, aber ein feministischer über eine tragische Figur.  Das kommuniziert der Film auf visuell einfache, aber eindringliche Art und Weise, indem er das dauerhafte Gefühl des Drucks, der auf Frida lastet, einfängt. Leider geht der Film nicht weiter und zeigt nicht auf, woher dieser Druck stammt. 

Autor: Maximilian Knade

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