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Es heißt Batman gegen Jack the Ripper in einem Elseworlds-Abenteuer, das den Dark Knight vor über hundert Jahren in einem Gotham aus der Jahrhundertwende zeigt.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Mit mittlerweile fast 79 Dienstjahren zählt Batman klar zu den ältesten Superhelden überhaupt. Bei so vielen Abenteuern, Bösewichtern, Herausforderungen, Schmerzen und Finsternis, gibt es natürlich auch viele Geschichten zu erzählen. Egal ob als einsamer Rächer in der Nacht oder schweigsames Mitglied der Justice League, Batman übt seit Jahrzehnten eine unglaubliche Faszination aus, die stets zwischen anarchistischer Gerechtigkeit (Selbstjustiz) und komplexer Psychologie hin und herschwankt. Kurzum: Kaum ein Superheld ist so ambivalent und perfekt dafür geeignet die Frage von Licht und Schatten, Gut und Böse, Recht und Unrecht zu stellen, wie der dunkle Ritter. Das ist vielleicht eines der Gründe dafür, warum bis heute (mit kleinen Unterbrechungen) Batman so eine beliebte Figur ist – bei Fans wie Autoren gleichermaßen. Als Autor Brian Augustyn im Jahre 1989 den Comic Gotham by Gaslight schrieb, brachte er allerdings die Figur definitiv auf ein neues Level: Mit der Elseworld-Theorie (in dem Falle Erde 19) waren schlichtweg die Möglichkeiten unbegrenzt. Die Charaktere konnten so in alternative Ereignisse, Geschichten oder gar Zeitebenen gebracht werden. Im Falle des viktorianischen Gotham, gemischt mit typischen Steampunk-Elementen, durfte die Fledermaus gegen keinen geringeren als Jack the Ripper antreten.

Mit der Animationsverfilmung Batman - Gotham By Gaslight der Warner Bros. Animation geht DC nun somit – mit etwas zeitlichen Abstand – seinen Weg weiter und bringt so die Elseworld auch in die Filmwelt (bevor es dieses Jahr mit Batman Ninja gleich weitergeht). Inszeniert von Sam Liu (Batman and Harley Quinn, Teen Titans: Der Judas-Auftrag) und geschrieben von James Krieg (Justice League Action) stellt sich natürlich schnell die Frage, ob der neue Batman – nach der kleinen sexistischen Katastrophe von Batman and Harley Quinn – wieder an alte Erfolge anknüpfen kann. Die Zeichen stehen zumindest gut: Nicht nur der Animationstil ist gut gewählt – und bringt in einigen Szenen wahrlich einen künstlerischen Mehrwert – sondern auch Jack the Ripper als Bösewicht liefert ungemein Spannung und ordentlich Abwechslung in die Szenerie. Dies zusammen mit der viktorianisch angehauchten Detektiv-Story, bringt kurzweilige Unterhaltung, die gerade Fans begeistert. Lose orientiert an der Originalvorlage, muss so der dunkle Rächer (im Original von Bruce Greenwood gesprochen) regelrecht auf seine Nemesis treffen und jedes ihm zur Verfügung stehende Mittel (wunderbar ironisch mit Sherlock Holmes Zitat oder früher Fingerabdrucktechnik serviert) nutzen, um nicht selbst von James Gordon (im Original Scott Patterson) verhaftet zu werden. Doch Batman - Gotham By Gaslight kann noch mehr.

So ist vor allem die Beziehung zwischen Bruce Wayne und Selina Kyle (Jennifer Carpenter) erfrischend und progressiv. Hier darf Selina ebenso ihre Waffen offenbaren wie Batman entwaffnend Klischeefrei agiert – und dies trotz Ende des 19. Jahrhunderts. Ein Lüsterner Harvey Dent (Yuri Lowenthal) oder eben die Rolle der Frau in der Gesellschaft, sind da ergänzendes Beiwerk einer Geschichte, die sich auf den Kern der Ripper-Saga konzentrieren möchte. Und dies macht James Krieg mit Bravour: Nicht nur die Psychologie und Mythologie des Killers wird gekonnt in den Film eingeflochten, sondern sogar mit Originalzitaten der damaligen Briefe (zumindest die, die Historiker als echt bezeichnen) verstärkt. Wenn am Ende schließlich das flammende Finale ebenso überraschend wir kraftvoll die Szenerie bestimmt, ergibt dies einen der besten Bösewichte, denen sich Batman im Bereich der Animationsfilme bislang stellen musste. Und dennoch: So überraschend, actionreich und wunderschön die Handlung auch erzählt wird, eine etwas längere Laufzeit hätten Batman - Gotham By Gaslight zur Perfektion verholfen. So bleibt nicht nur das Ende recht kurz, auch die Detektivarbeit von Batman (der im Film gegenüber dem Ripper recht blass ist) bleibt etwas zurück. So wird durch den Film gehastet, ohne jemals kurz Pause zu machen um die Szenerie wirken zu lassen. Hier hat der Comic den Film definitiv einiges voraus. Schade

Fazit

"Batman - Gotham By Gaslight" ist überraschend, actionreich, fabelhaft gezeichnet und bringt durch sein ungewöhnliches wie faszinierendes viktorianisches Setting eine angenehme neue Perspektive auf den dunklen Ritter. Allerdings nutzt der Film dieses niemals vollends aus und auch das Katz- und Mausspiel zwischen Ripper und Batman wirkt gehetzt. Sehr schade, denn die gnadenlose wie skrupellose Blutgier des Rippers bringt einen Bösewicht hervor, der Batman nicht nur fordert, sondern psychologisch zum straucheln bringt. Allerdings nur im Comic, nicht im Film. Was bleibt ist dennoch ein kurzweiliges Animationsabenteuer für Comic-Fans, welches durch seine wunderschöne Finsternis brillieren kann.

Autor: Thomas Repenning

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